25 Mai 2010

Einmal Karneval ohne Alkohol bitte! Hamse nicht? Dann nehm ich was se haben





Zeit für einen neuen Blog! Nach so einem Wochenende!!!!!
Karneval in Berlin ist einfach unschlagbar! Mir sitzt es immernoch in den Knochen und ein bisschen wehmütig bin ich auch, dass es schon vorbei ist. Wie nach einem schönen Urlaub, einem tollen Buch, einer spannenden Serie, die in die Pause geht und man ein halbes Jahr warten muss.

Auch wenn das Wetter nicht so mitgespielt hat, wie man sich das gewünscht hätte war es zwischendurch doch ganz schön von klitzekleinen Regentropfen abgekühlt zu werden.

Angefangen hat es für mich mit meinem Mann und meiner liebsten Freundin auf dem Straßenfest am Halleschen Tor. Es ist immer wieder erstaunlich wie viele unterschiedliche Menschen (doch relativ freundlich) miteinander feiern können. Da gab es den Pitbull-Pulli-Raver mit Spiegelsonnenbrille und Goldkrone-Cola, die heiße Brasilianerin mit Riesenpo, die ihn auch wunderbar bewegen konnte, den Hipster mit Jute-Beutel von Yves Saint Laurent und Ray-Ban, den Alteingesessenen Berliner mit Vollbart und Led Zeppelin T-Shirt und ner Dose Bier neben einem Obdachlosen, der verzweifelt versucht mit einem Streichholz seine Zigarette anzuzünden und sich dann erschöpft auf den Boden legt mit dem Kopf auf dem Schoß einer Kopftuch tragenden Jugendlichen... Wunderbar!!!!

Am Samstag ging es hauptsächlich um Essen! Mein Süßer und ich mussten dann leider erschöpft und ärmer feststellen, dass wir doch mehr Lust auf Zweisamkeit und selbstgemachte gefüllte Weinblätter haben. Ab nach Hause.

Der Umzug war dann am Sonntag und angefangen hat es eigentlich ziemlich doof! Man sollte sich nicht unbedingt mit 10 verschiedenen Leuten an 11 verschiedenen Orten verabreden. Das Handynetz bricht nämlich erfahrungsgemäß zusammen. Tja und so kam es dann auch, dass wir an den verschiedensten Plätzen auf die verschiedensten Leute warten mussten. Es ist auch nicht wirklich von Vorteil mit dem Fahrrad zu kommen... Man kommt nicht durch! Das weiß man doch!!!!!!
Nachdem ich feststellen musste, dass es für lange Jeans einfach doch zu warm ist und nochmal nach Hause gefahren bin, konnte es endlich losgehen!
Zossener Ecke Gneisenaustr. war der wirklich zuverlässigste Treffpunkt. Tolle, liebe, lustige Menschen mit einem Gemisch aus irgendwas mit Gurke und.... Alkohol! Wenn man den Alkohol nicht rausschmeckt, dann ist auch keiner drin... FALSCH!!!! Ganz falsch Katharina!!! Nach gefühlten 10 Caipirinhas und 10 Gurken-Mix irgendwas wurde es auch auf einmal warm. Woran das wohl lag?!
Egal, wir feierten mit einem Jesus-Double am Cucuma zu Adam Port und Stassy! Es war richtig toll! Die Stimmung war entspannt und zum Jesus-Double auf dem Tisch gesellte sich noch ein Solarium-Mucki-Proll mit offenem Hemd und eine dezent betrunkene Zündi! Einfach super! Den Zwischenfall mit der Flasche und meinem Kopf, sowie dem Kopf eines sehr lieben Bestatters lasse ich mal dezent unter den Tisch fallen. Nur so viel: Flasche + Kopf = Aua! Aber Gurke soll ja schmerzstillend wirken.

So wurde fleißig weiter getanzt. Bis dann leider die BSR kam. Also ab zu nem Kumpel nach Hause. Da wurde mir dann ein rotes Tomatensaftgemisch in die Hand gedrückt... Ich mal wieder: "Hm, lecker, da ist ja garkein Alkohol drin!" und runter damit. Auf einmal mochte ich jeden Menschen der mir begegnet ist total gern. Kommt sonst nicht vor.

Irgendwann ist mir auch wieder eingefallen, dass ja mein Süßer im Puro auflegt. Hm, da sollte ich ja eigentlich auch noch hin. Betrunken bin ich ja kein bisschen. Dreckig, durchgeschwitzt und müde auch nicht. Also ab zum Kudamm. Allein, weil da nun wirklich keiner mehr mit wollte.

Erstmal in die falsche U-bahn gestiegen. War vielleicht doch Alkohol in dem Tomatensaft? Ich könnte schwören, dass jemand meine Schuhe getauscht hat. Irgendwie läuft es sich damit komisch. Oder liegt es an dem welligen Boden? An mir kanns auf jeden Fall nicht liegen.
Im Puro angekommen stehe ich ewig im Fahrstuhl und wunder mich nach einer Weile wieso das so lang dauert bis ich oben bin... Oh, vielleicht sollte man den Knopf drücken. Nein, nein, kein Alkohol.
Drinnen herrscht gähnende Leere, aber es ist auch erst 0:00 Uhr. Zu früh! Mist, ich dachte es wäre schon 4 Uhr morgens. Das Puro verpasst mir einen extremen Kulturschock. Karneval - Puro zwei Welten die unterschiedlicher nicht sein können. Gerade eben noch mit gemischten, meist ungestylten Leuten auf der Straße zu Eletro getanzt und jetzt zwischen pubertärenden, flirtenden Teenies. Erstmal durchatmen und mal was trinken. Diesmal was wo wirklich Alkohol drin ist. Wodka Apfelsaft, Wodka Cranberry, Jim Beam Cola, Wodka Apfelsaft... Mein Körper muss mich für verrückt erklärt haben und das alles einfach nicht mehr annehmen. Plötzlich macht es doch Spaß und ich dreh mich im Kreis. Mein Lieblingstanzschritt: im Kreis drehen! Kann jeder, mag jeder und sieht nicht total bescheuert aus.
Ich liebe jedes Lied, was daran liegt, dass ich wirklich jedes Lied mag, was mein Freund auflegt und auch an meinem treuesten Freund an diesem Abend... Na wer das wohl sein wird?!

Heute ist Dienstag. Der Karneval ist zwei Tage her. Ich fühle mich immernoch so als wäre mir ein Laster mit Schneeketten über den Kopf gefahren. Meine Knochen tun weh, ich bin mindestens körperliche 80 Jahre alt. Meine Augen hängen, aber das macht nichts, weil sie von den Ringen darunter gehalten werden. Mir ist irgendwie ein bisschen schlecht.
Und trotzdem: das war eins der schönsten Wochenenden aller Zeiten und ich freue mich aufs nächste Jahr! Hoffentlich mit der gleichen wunderbar verrückten Menschentruppe!



Karneval rockt!!!!!!



07 Mai 2010

Provinz vs. Stadt Oder: die wundersame Reise in einem wunderbaren Auto!






Letztens waren mein Mann und ich in der Nähe von Nürnberg. Genauer gesagt in Bad Kötzing.
Er musste dort auflegen und ich hab Groupie gespielt. Die ideale Arbeitsaufteilung.
Bad Kötzing ist wirklich landschaftlich wunderschön. Die Luft ist toll, das Wetter war wunderbar und wir hatten ein Cabrio zur Verfügung! WOW!!!!
Auf dem Weg dorthin hat man schon feststellen können, wie sich die Leute, je tiefer man in den Süden Deutschlands kam, veränderten. Hieß es an den Tankstellen im Osten noch: "Dit macht fuffzisch Euro!", kam in Süddeutschland, nachdem ich meine EC-Karte zückte: "Naaaaa, mit a Kreditkarten kann man vei hier net zoahlen!" Ich: "Das ist keine Kreditkarte!" Sie: "Hörnsamoi, des steht vei draußen dranna. Mit a Kreditkarten ko ma hia net zoahlen!" Ich: "Na jut, dann geh ick halt wieder mit meiner EC-Kreditkarte...!".
Auch interessant ist es, wenn ein Bus voller Rentner kurz vor einem angekommen ist. Darauf sollte man wirklich achten. Das darf nicht passieren. Der Toilettenbesuch gestaltet sich als äußerst schwierig und langwierig, wenn 20 Rentnerinnen vor dir aufs Klo müssen. Ein bisschen lustig war es trotzdem. Eine Frau stand die ganze Zeit vor der Herrentür und hat sie immer wieder aufgerissen und gerufen: "Herbert!!!!!! Brauchst du Hilfe???? Soll ich reinkommen???" Herbert wollte das anscheinend nicht, denn er hat nie geantwortet.
Weiter gings. Cabrio fahren macht Spaß. Auf der Autobahn bei 200 wirds ein bisschen ungemütlich und laut, aber was solls?! So ein Cabrio muss ausgenutzt werden.
Ankunft in Bad Kötzing. Vorbei an gefühlten 10 Kreisverkehren. Ein Phänomen in Bayern. Überall, in jeder noch so kleinen Ortschaft sind etliche Kreisverkehre. Selbst wenn es nur in eine Richtung geht...
Die Pension war schnell gefunden. Es war schon mitten in der Nacht (21 Uhr) und wir klingelten. Warten... Klingeln... Warten... Warten... Warten... Dann: ein Poltern, Husten, Räuspern und "Wer ist da?" Wir gucken uns verunsichert an. Ich stelle mir in Gedanken einen Horrorfilm vor: Pärchen kommt nachts in verlassene Ortschaft, es gibt nur ein Hotel, es scheint verlassen zu sein, ein Mann, der von der Evolution benachteiligt wurde öffnet die Tür mit einem irren Grinsen... Schnitt! Der Eingeborene wäscht sich das Blut von den Händen und säubert seine Axt. Ahhhhhh!
Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Der Pensionsbesitzer schien zwar schon geschlafen zu haben und war etwas wortkarg, aber wir sind letztendlich noch heil in unser Zimmer gekommen. Übrigens ein sehr niedliches Zimmer. Auf die Frage, ob es noch was zu essen gäbe kam die Antwort: "da müssens zum ersten Kreisverkehr fahren, dann links an der Tankstell vorbei, den zweiten und dritten Kreisverkehr passiern und auf der rechten Seit gibts dann a Brauhaus!" Ah, ok, danke.
Chillen vorm Auflegen. Wir sitzen auf dem Balkon. Stille! Dunkelheit! Ich frag mich, wie ich ohne Feuerwehrsirenen, Prollgeschrei und Autolärm schlafen soll. Mein Mann freut sich.
Ankunft im Club. Es stellt sich heraus, dass es eine "Großraumdisco" ist. Ich kenne Großraumdiscos als riesige Gebäude, wo tausende von Menschen reinpassen und es ungefähr 5 Räume gibt. Diese war anders. 3 Räume: Ballermannhits, Black-Music, Heavy-Metal. Und soooo groß waren die einzelnen Räume nicht. Hm, naja, läuft hier wohl alles ein bisschen anders.
Mein Mann fing an aufzulegen. Ziemlich undankbarer Job an dem Abend. Es war ein Kommen und Gehen. Von ca. 4 Leuten...
Ich hab die Leute in den anderen Räumen beobachtet. Hatte ja sonst nicht viel zu tun.
Musste feststellen, dass die meisten unter 18 waren und so betrunken, dass sie sich nicht mal an eine Wand lehnen konnten. Die Musikgeschmäcker waren an der Kleidung abzulesen. Habe sehr, sehr lange keine O.G. Gear Pullover mehr gesehen. In Bad Kötzing scheinen diese allerdings gerade angesagt zu sein. Dann der Wendepunkt: der Ballermann-Dj kommt zu mir und sagt auf meine roten Peep-toes schauend: "Des geht vei garnet!" Ich: "Was geht nicht?" Er: "Mei, du konnst do kei roate Schuah net zu am blauan Tiiiishirt ozian!" Ich verblüfft: "Wieso geht das nicht? Ist das hier verboten? Ist das vielleicht ein verstecktes Gangzeichen?" Er: "Naaa, du brauchast an roaten Girtel oder a roaten Tasch!" Ich: "Achso, ich weiß leider nicht viel von Mode. Wusste nicht, dass Schuhe und T-Shirt die gleiche Farbe haben müssen. Und ich hab doch garkeinen Gürtel. Hm, das ist jetzt aber doof!" Ahahahahahahaha! Der prolligste aller Dj`s kommt zu mir und will mir was von Style erzählen. Ich lach mich tot. Zugegeben, er sah wirklich toll aus: Solarium gebräunt, weiße Hose, schwarze Chucks und schwarzer Gürtel. Alles klar, er hats raus! Ab in die dunkle Ecke mit mir. So darf mich keiner sehen.
Nachdem mein Freund doch noch ein paar Anhänger bekommen hat, die "straight" Hip Hop hören wollten und am Liebsten nur Guru Sachen, konnten wir wieder zurück ins Hotel. War ja nicht weit. Nichts ist weit in Bad Kötzing.
Im Hotel angekommen setzt er sich erstmal auf den Balkon und ich renne neben das Bett, um das Licht... Boooom!!!!! An-zu-sch-a-l-ten... Aua!!!!!!! Dachschräge übersehen und voll mit der Stirn dagegen gerannt. Toll Katharina! Wirklich großartig gemacht. Heulend liege ich auf dem Boden und überlege, warum mir der Evolutionsbenachteiligte mit einer Keule auf den Kopf haut. Mein Lieblingsmensch kommt hinzu und denkt ich wäre mit dem Fuß umgeknickt. Leider war keine Kamera dabei, die aufgezeichnet hat, wie dämlich mein Sturz war. Wir könnten Millionen mit diesem Bildmaterial verdienen. Wir wären Youtube-Stars!
Am nächsten Tag habe ich eine riesige Beule an der Stirn (ihr solltet die Wand sehen!), tierische Kopfschmerzen, mir ist schwindlig und schlecht. Gute Voraussetzungen für eine Cabriofahrt zurück nach Berlin. Die unbeabsichtigte Kopfnuss meines Freundes macht es nicht besser.
Angekommen sind wir. Die Fahrt zurück war weniger spektakulär, da wir beide völlig erledigt waren von der Landluft, den Sprachschwierigkeiten und noch einigen anderen wunderbaren Sachen, die wir in Bad Kötzing erleben durften.
Wenn wir mal alt sind fahren wir bestimmt nochmal dorthin. Vorher wahrscheinlich eher nicht!
Stadtkind bleibt Stadtkind! Berlin ick liebe dich!


13 April 2010

DAS perfekte Dinner! Oder: wie treibt man sich selbst in den Wahnsinn!



Viele haben wahrscheinlich schon mitbekommen, dass ich heimlich meinen Freund, der immer gesagt hat, dass er gern mal beim "Perfekten Dinner" auf Vox mitmachen würde, angemeldet hab! Und er wurde genommen! Beziehungsweise wir wurden genommen...
Ach, dachte ich mir, dann denken wir uns jetzt mal schön ein Menü aus, kochen es einmal, kaufen ein bisschen ein und dann klappt dit! Hahahaha Pustekuchen, weiß ich jetzt im Nachhinein.
Unser Menü besteht aus:

1. Rinderconsommée mit Kräuterfädchen
2. Lammcarrée auf getrüffeltem Kartoffelpüree mit grünen Bohnen, Rotweinschalotten und Smoly`s Salat
3. Grießflammerie auf Lavendel-Aprikosenspiegel mit Zitronentrüffel

Hmmmm, lecker! Sone Rinderconsommée mache ich, wenn jemand bei uns krank ist, oder jemand beeindruckt werden soll. Und der Mann macht tolle Pfannkuchen.
Das Hauptgericht ist komplett Sache meines Freundes. Er ist der Fleischspezialist.
Der Nachtisch ist dann wieder mein Metier. Créme Brûlee war die erste Wahl. 3 Versuche wurden getan, bis wir festestellten, dass das einzig Tolle daran der wohlklingende Name ist. Lecker ist das nicht gerade. Also weiter suchen. Einige Versuche später und verzweifeltetes Internetgesuche nach "DEM perfekten Nachtisch" ergaben Grießflammerie. Jap, das solls sein. Kriegt man nicht jeden Tag, schmeckt nach Kindheit und ist trotzdem schick. Nur, wie macht man das eigentlich? Oma? Oma sagt: "Nimm Milch nach Gefühl, Grieß nach Gefühl, ein paar Eigelbe, etwas Sahne, dann klappt das!" Toll! "Oma, wieviel Milch? Oder Grieß?" "Kind, das weiß ich nicht. Mach doch einfach nach Gefühl..." Ahhhhh! Also weiter im Internet suchen nach dem perfekten Grießflammerie. 26 Rezepte allein bei Chefkoch.de. Welches ist am Besten? Ausprobieren. Nach 3 Versuchen dann der Durchbruch! Ich habs gefunden. Lecker, fluffig, kindheitig und einfach nur zum Reinlegen. Freunde haben getestet und für gut befunden. Das Ansehen unter den Freunden steigt, da sie leckeres Essen bekommen. Die gute Laune sinkt, da man nicht mehr rausgeht.
Wie schlau von mir das leckerste Rezept nicht zu speichern. Hilfe!!!! Welches wars denn jetzt? War es aus dem Kochbuch? Von Lafer? Von Chefkoch.de???? Panik! Nochmal ausprobieren. Mist, falsches Rezept. 2 Versuche später: Gefunden, speichern, behalten, runterkommen.
Das selbe übrigens mit dem Lavendel-Aprikosenspiegel. "Oma, wie macht man Marmelade?" "Kind, du nimmst ein paar Früchte, etwas Gelierzucker, kochst das Ganze und fertig!" Ach, so einfach, ja? Super, dann hab ich damit ja keinen Stress. 1. Versuch: sofort gelungen! Juhu!!! So viel gemacht, dass das reicht. Eine Woche vor der Aufzeichnung muss ich leider feststellen, dass nicht alle Gläser für Marmelade geeignet sind. Die Marmelade hat eine Schimmelschicht. HILFE!!!!! Den Tränen nahe und völlig verzweifelt losgezogen und echte Marmeladengläser gekauft. Marmelade Nummer 2. Nicht gelungen. Wegschütten. Dann Versuch Nummer 3. Jippieh!!!!! Es hat geklappt und ist leckerererererer als die erste Marmelade. Puh!!!! Tief durchatmen.
Von der Rinderconsommée, die man auch ganz einfach Rinderbrühe nennen kann, was aber nicht so toll klingt und man ja ganz schick sein möchte, es also Rinderconsommée nennt, ganz zu schweigen. Ne, ist klar. Einfache Sache. Oft gemacht. Immer lecker. Trotzdem lieber noch perfektionieren. Fazit: gefühlte 300 Mal Rinderbrühe gekocht und mittlerweile kommen Touristenbusse nach Neukölln, weil die erste Straße gefunden wurde, die nicht nach Hundekot, sondern nach Rinderbrühe riecht. Und das seit 3 Wochen!!!!
Der Hund wird immer dicker, weil er die Fleischreste bekommt, die Anbetung steigt. Ich bin seine Göttin! Schön, bringt mir auch nichts. Ich werde im Übrigen immer dünner, weil ich von dem ganzen leckeren Essen nichts mehr runterbringe. Und es ist ja auch für die Gäste. Nicht für mich!
Das Hauptgericht war am Unkompliziertesten. Vielleicht, weil mein Freund sich darum kümmert und lockerer ist, als ich. Aber ein Desaster gab es. Karstadt Lebensmittelabteilung vor zwei Wochen: Wir: "Wir würden gern Lammcarrée vorbestellen!" Metzger: "Brauchen Sie nicht. Haben wir immer da. Zu jeder Tageszeit, an jedem Tag!" Ich: "Mir egal, ich will vorbestellen!" Sicher ist sicher! Letzter Samstag: Ich: "Wo ist das Lammcarrée, dass sie immer haben?" Metzger: "Neuseeland liefert nicht!" Ich: "Aber sie haben uns garantiert, dass sie immer Lammcarrée haben!!!!!!" AHHHHH!!!! Metzgerin: "Heute nicht. Vielleicht kommt nächste Woche noch was rein!" Wir: Panik! Freund ab zu Galeria Kaufhof, die am Telefon sagten, dass sie Lammcarrée da haben. Tja, leider nur Kottlette... Ab zum Kadewe. Endlich! Viel teurer, schlechtere Qualität. Egal, fürs Probedinner reichts.
Montag Karstadt Lebensmittelabteilung: Wir: "Wo ist unser Lammcarrée, welches uns garantiert wurde???" Metzger: hilfloser, ängstlicher Gesichtsausdruck. Ich: "Können Sie sich erinnern, dass wir bestellt haben?" Metzger: Nickt ängstlich. Aus dem Off schreit ein Kollege er habe da noch vakuumverpacktes Neuseelandlamm, welches reserviert wurde. Juhu!!! Das ist unseres. Ein Glück!
Und wie war das nochmal mit den Wohnungen beim "Perfekten Dinner"? Wer die Sendung ab und zu mal guckt, der weiß, dass dort kein Staubkorn liegt, alles zusammenpasst, der Klodeckel nicht wackelt und überhaupt alles super-fancy aussieht. Selbst bei Studenten!!!! Ach, vergessen, die meisten kriegen ja den Neuwagen zum 18. Geburtstag inklusive Wohnungseinrichtung und Super-Küche in Edelstahloptik!!! Ich aber nicht!
Unsere Wohnung ist schön. Keine Frage, aber fernsehgeeignet? Eher nicht. Nicht so, wie sie normalerweise aussieht. Mist! Und sollten die Teller nicht vielleicht auch zusammenpassen? Oder das Besteck? Wieviele Töpfe brauchen wir? Wohin mit dem hysterischen Hund? Wirds Vegetarier geben? Oder gar Veganer? Allergiker? Anti-Alkoholiker? Man sollte ja an alles denken, wenn man gewinnen möchte.
Also kommt zum Kochstress noch Putz- und Umdekorierungsstress. Der Freund verdreht die Augen und sagt: "Kein Problem Schmatz, die filmen nicht alles. Es ist nicht so schlimm, wenn nicht alles perfekt ist."
Ich aber MUSS die doppelten Altbaufenster geputzt haben und auch sonst alles. Alle Schränke MÜSSEN ordentlich sein. Auch die Schubladen. Wer weiß!!!
Wo sollen die Gäste sitzen? Ein Tisch ist vorhanden, aber keine Stühle! Wer hat 5 identische Stühle? Die Oma hat welche, aber die ist in Bayern. Hm, Spedition? Ne, wird teurer, als wenn man sich mal eben 5 Stühle bei Ikea kauft. Mama? Mama hat nur 4. Egal, her damit. Den 5. leihen wir uns von unseren Testessern. Hervorragend. Endlich klappt mal was beim ersten Versuch.
Deko? Schlicht. Super. Blumengesteck, Menükarten, Tischdecke usw. muss aber trotzdem alles sein. Zum Glück gibts Nanu Nana. Sind ja keine reichen zugezogenen Studenten, die mal eben 200 Euro für ne neue Pfanne ausgeben.
Excel Tabelle angelegt für die Ausgaben. Wozu studiert man BWL? Festgestellt, dass die Kalkulation nicht hinhaut. Mist, Mist, Mist. Egal, mein Mann gewinnt eh! Muss gewinnen. Wird hoffentlich gewinnen? Bitte, bitte lass die anderen Kandidaten Hausmannkost machen. Kommt nie gut an. Oder landestypische Menüs, die man mit Händen essen muss. Gewinnen auch nicht.
Oder ganz unsympathische Personen, die an allem rummäkeln, aber selbst nur ne Ravioli-Dose warm machen können. Bitte!

Nun, am letzten Tag vor der Aufzeichnung bei uns verspüre ich eine zufriedenstellende Ruhe. Alles ist so gut wie erledigt. Excel, Word und hunderte Blätter wurden benutzt. Der Kühlschrank ist gefüllt, die Outfits und die Frisuren stehen. Der Hund kommt zur Hundesitterin. Die Brühe ist in den letzten Zügen. Grießflammerie gelungen. Puh!
Ich alte Paniktante bin mir allerdings sicher, dass wir irgendwas vergessen haben. Ganz sicher. Ganz, ganz sicher! Vermutlich etwas Wesentliches! Essentielles. Etwas, das so wichtig ist, das man nicht dran denkt, weil selbstverständlich. Aber was???????

04 April 2010

Mio`s Angst

01 April 2010

Trash-Tv oder Trashisierung des Bildungssystems


Oh, wie sehr ich es liebe! Ist es nicht toll nach einem anstengenden Tag den Fernseher anzumachen und solch schöne Sendungen wie: Bauer sucht Frau, Schwiegertocher gesucht, die Mädchengang, DSDS, Germany`s next Topmodel, Mitten im Leben, Frauentausch uvm. zu sehen?

Ich finde es wahnsinnig entspannend sich mit solch sinnleeren Dingen berieseln zu lassen.
Wie großartig ist es, wenn eine Naromoul sagt: "Ich bin fick und fertig!"?
Oder wenn eine böse Schwiegermutter beim Backen schreit: "zwenig mehl, des is zwenig!!!!!" in einer Stimmlage, dass man froh ist nicht mit ihr verwandt zu sein.
Oder eine Familie mit 10 Kindern, wo jedes Kind einen Doppelnamen wie: Jeremy-Pascal hat. Die sind auch auf jeden Fall sehr kreativ. 20 Namen zu finden ist nicht einfach.

Ist man ein schlechter Mensch, wenn man sich besser fühlt durch solche Sendungen? Man findet sein Leben auf einmal richtig toll! Und wenn man sich die Kunden von Peter Zwegat anguckt, dann ist man über den eigenen Kontostand richtig glücklich. Toll! Danke, dass es noch Leute gibt, die sich eine riesige Schrankwand "Eiche-rustikal" bestellen, obwohl sie Hartz4 bekommen und sich dann noch wundern, wie das passieren konnte, dass sie so viele Schulden haben. Und ganz nebenbei: "wieviel rauchen Sie eigentlich?" "Ach, 4 Schachteln am Tag? Na denn..."

Interessant ist es, wie unterschiedlich die Leute auf mein Geständnis reagieren. Es gibt 3 verschiedene Reaktionen:

1. "Wie???? So einen gehirnverklebenden Quatsch guckst du? Da werden die armen Leute doch bloßgestellt! Das ist menschenunwürdig! Du bist ein ganz schlechter Mensch!"
2. "Hast du am Donnerstag auch Germany`s next Topmodel gesehen? Und wen findest du bei DSDS besser? Mennowin, oder Mehrzat? Bist du auch traurig, dass Desperate Housewifes bald zuende ist?"
3. Kenn das alles nicht. Hab keinen Fernseher.

Am Liebsten ist mir die erste Reaktion. Da entstehen lustige Diskussionen. Wie schnell sich das Bild von einem ändern kann, wenn man zugibt sich nur zu gerne den ganzen Tag RTL, Pro7 und RTL2 anzugucken. Dieser angewiderte Gesichtsausdruck beim Gegenüber. Als würde man zum Frühstück Katzenbabies essen und nicht wählen gehen. Herrlich! Ich genieße es dann auch noch immer etwas draufzulegen und somit die Wut des Gegenübers zu schüren. Das ist fast schon so gut wie Trash-Tv. Und keiner wird gezwungen ins Fernsehen zu gehen! Die bekommen dafür Geld. Und ich wetter das Umfeld feiert die auch noch ganz doll, wenn die bei "Mitten im Leben" ihr geiles Leben in der Marzahner Platte zeigen.

Es gibt aber auch noch eine dunke Seite des bunten Trash-Tv`s. Es verklebt wirklich das Gehirn und verstopft Platz für wichtiger Informationen. Genau wie das Berliner Fenster in der U-Bahn. Nein, das sind keine Nachrichten. Das ist Gehirnschmodder. So wie der klebrige Rand, der sich nach ein paar Jahren um den Herd bildet. Nur eben im Gehirn. Leider kann man solch wichtige Informationen, wie die Orientierung von Ricky Martin (schwul), oder wo Sido jetzt Doreen heiraten möchte (am Strand) nicht einfach löschen, wenn man sie nicht mehr haben möchte. Es hüpft in den Kopf, wie Schlager-Ballermann-Songtexte, die man nur einmal gehört haben muss, um sie auswendig zu können. Aber wie schwer fällt es mir Dinge zu behalten, die wirklich wichtig sind?! Lernen für Klausuren, Politik und Geburtstage... Schwierig. Nicht trashig genug! Man müsste die Vorlesungen in der Uni gestalten wie Mitten im Leben, oder die Supernanny vorne hinstellen. Ich wette, dann hätte ich einen 1er Bachelor. Wenn Oliver Geißen die Produktions- und Dienstleistungsmanagement Vorlesungen gemacht hätte, dann wäre ich nicht durchgefallen. Danach hätte Günther Jauch mich noch im "Wer wird Millionär?"-Stil abfragen können und ich hätte den Typen von Welt der Wunder als Telefon-Joker genommen, weil er immer alles so schön anschaulich mit Fußballfeldern vergleicht. Der Kostenanstieg wäre dann quasi so viel, wie der Rasen eines halben Fußballfeldes kostet. Wunderbar. Jetzt hab ichs verstanden!
Oder sollte vielleicht lieber das Fernsehprogramm geändert werden und nicht die Uni? Nein! Ich bin für eine Trashisierung des Bildungssystems! Noch mehr Trashisierung!

So, Olli Geißen for Bundeskanzler!!!! Dann hat er auch wieder mehr zu tun als nur die Chartshow!

Frohe Ostern!
Und für noch mehr Freude solltet ihr auf die links klicken!

19 März 2010

Ein bisschen was für sich...


Der Frühling kommt! Morgen ist offizieller Frühlingsanfang und man spürt eine Veränderung in Berlin. Die Cafés sind voll, man trifft wieder bekannte Gesichter auf den Straßen, mein Hund grinst, was mich zum Grinsen bringt, der Sushi-Mann grinst und sogar die komische alte Frau aus meinem Lieblings-türkischen Supermarkt schimpft nicht mehr ununterbrochen mit ihrem Sohn, der deshalb auch grinst.
Kann man bei so einem Wetterumschwung ins Positive schlecht gelaunt sein? Darf man das überhaupt? Oder ist man quasi verpflichtet, weil man ja froh sein muss, dass es nicht mehr schneit?
Da ich, trotz guten Wetters, schlechte Laune hab (kann auch am Lernen liegen), habe ich beschlossen ein bisschen was für die Seele und das persönliche Wohlbefinden zu tun. Dann klappts auch mit dem Lernen besser. Rede ich mir jedenfalls gerade ein.
Der Plan:
- Filme gucken, die man sich besser allein anguckt (Beispiele: "Beverly Hills Chihuahua", "Die Zahnfee auf Bewährung", "Wüstenblume", "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran")
- Maniküre und Pediküre während des jeweiligen Films
- Haarmaske uffm Kopp während des Films
- Soulfood (Rezepte unten)
- Handy lautlos
- leckere Duftöle, die das Zimmer beduften und, ganz wichtig:
Rausgehen mit dem Hund, sich von seiner guten Laune anstecken lassen und die Menschen beim Grinsen beobachten. Hilft!

Meine Soulfood Rezepte sind folgende:


Erbsenschaumsuppe:

2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
20 g Butter

150 ml Weißwein

250 ml Sahne

300 g Erbsen (TK, oder frisch)
Zucker
50 g Butter

2 EL geschlagene Sahne

Schalotten und Knoblauch schälen, würfeln und in der geschmolzenen Butter dünsten. Mit Weißwein, Geflügelfond und Sahne auffüllen und das Ganze um die Hälfte einkochen lassen.

Die Zuckerschoten in Olivenöl anbraten, mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.
Die Erbsen in die Suppe geben, alles gründlich durchmixen und dann durch ein feines Sieb passieren.
Zum Schluß die Zuckerschoten drüber geben. Fertig! Yummy!
Orangentrüffel mit Lavendel (abgeguckt und verbessert)
2 Bio Orangen100 ml Schlagsahne400 g weiße Schokolade1 EL Orangenlikör1 EL
Lavendelblüten (gibts in der Apotheke)
ein paar zerbröselte Löffelbiskuits

Von den Orangen einen ca. 6 cm langen Streifen der Schale abschälen und beiseite legen.


2 EL Schale abreiben und 100 ml Saft auspressen. Saft und Abrieb miteinander aufkochen lassen und den Saft um die Hälfte einreduzieren. Die Sahne dazugeben, wieder aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Die klein gehackte Schokolade zufügen und in der Orangensahne schmelzen lassen. Die zerbröselten Löffelbiskuits ebenfalls untermischen. Den Orangenlikör dazugeben. Die Ganache (Masse) abkühlen lassen.

Mit 2 TL oder in der Hand kleine runde Trüffel formen und in Papierförmchen setzen.

Den Streifen Orangenschale klein hacken und mit den Lavendelblüten auf die noch cremigen Trüffel streuen. Kalt stellen.

Damit wird man glücklicher! Gutes Essen hilft dem Körper und der Seele.
Am besten man macht einfach mal einen Tag lang nur das, worauf man Lust hat. Danach kann man wieder völlig entspannt weitermachen.
Genießt den Frühlingsanfang!




12 März 2010

Perfektes Essen


Essen und kochen spielen in meinem Leben eine wichtige Rolle. Ich esse nicht, um satt zu werden, sondern um zu genießen. Ich liebe den Geruch von Rosmarin mit Knoblauch, oder von selbstgemachter Paprikapaste aus der Türkei, oder von frischen Weinblättern, oder von Fingern, mit denen man gerade Zwiebeln, Knoblauch, Thymian, Rosmarin und Petersilie geschnitten hat.
Nichts ist sinnlicher als essen. Nichts verzaubert mich mehr, als ein Mann, der kreativ kochen kann. Der ausprobiert, der sich begeistert für die verschiedensten Kombinationen. Nicht umsonst sagt man: "Liebe geht durch den Magen". Und so war es auch, als ich meinen Mann kennengelernt habe. Arrogant, wie ich beim Kochen bin, dachte ich, dass er mit kochen meint, dass er Miracoli Spaghetti mit Tomatensoße warm machen kann. Als er mich aber dann mit seinem Spezial-Salat überrascht hat (Rezept darf ich nicht verraten), war es spätestens um mich geschehen.

Aus einem besonderen Anlass, wird noch nicht verraten, möchte ich hier eins meiner Lieblingsrezepte posten. Es werden noch mehr folgen, aber ich möchte nicht zu viel auf einmal posten. Ich hoffe, dass ihr euch inspirieren lasst. Denn kochen ist Individualtität, Kreativität und Entspannung. Ausprobieren und Testen ist erlaubt und erwünscht. Selbst Tradtionsgerichte, wie das Gulasch meiner Oma, lassen sich noch verändern und eventuell dadurch auch verbessern.

Salad Olivyeh (Persischer Eier-Hühnchen-Kartoffel-Salat)


500 gHühnerbrüste
4 Ei(er), hart gekochte
500 gKartoffeln, gekochte und geschälte
1 GlasMayonnaise (großes Glas)
1 DoseErbsen
200 gGewürzgurke(n), klein geschnittene
1 ELZitronensaft
n. B.Oliven
Salz und Pfeffer
2 ELÖl
n. B.


Die Hühnchenbrust oder Putenbrust in Stücke schneiden und in gesalzenem Wasser so lange kochen, bis sie gar ist. Dann in kleine Stückchen teilen (das geht am besten mit den Fingern).

Kartoffeln in einer Schüssel mit eine Küchenreibe grob reiben oder zerdrücken. Die Eier werden ebenfalls gerieben und mit Hünchen und den geriebene Kartoffeln gemischt. Anschließend gibt man 2/3 der Erbsen, 3 geriebene oder in Würfel geschnittene Gewürzgurken, den Zitronensaft, die Mayonnaise sowie das Olivenöl dazu. Die Masse wird gut vermischt und dann mit einem Mixer leicht püriert. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Falls gewünscht, Knoblauch nach Bedarf dazugeben.

Die fertige Masse auf einen großen Teller geben und mit den restlichen Erbsen und Gewürzgurken garniert servieren.

Salad Olviyeh wird kalt mit Fladenbrot oder Baguette serviert.

Probiert es aus! Sieht nicht sehr schön aus, aber schmeckt einfach göttlich!