10 Januar 2011

Serienjunkie oder: mein anderer Freundeskreis


Als Kind wollte ich sein wie Ronja Räubertochter und aussehen wie die kindliche Kaiserin. Ich stellte mir vor, dass Atreju mein Freund ist und wir zusammen auf Fuchur reiten. Ich wollte auch einen Piratenpapa wie Pippi und so stark sein wie She-ra!
Meine ersten Oberschulerfahrungen sammelte ich mit Parker Lewis und stellte mir oft vor wie lustig es wäre den Lehrern die abgefahrendsten Ausreden für meine Verspätung aufzutischen und damit durchzukommen.

Später verliebte ich mich in Michael. Michael Knight; und träumte meine ersten unanständigen Träume von ihm. Diese Liebe hielt jedoch nicht lange, weil Michael daraufhin von Jordan Catalano (Jared Leto -->Willkommen im Leben) abgelöst wurde. Ich ließ mir die Haare schneiden und färben wie Angela Chase und hoffte auf eine zufällige Begegnung mit meinem Traummann.
Nach kurzem Abwenden und Real-Life Freunden, zog ich mich öfter in Daniels Bar zurück (GZSZ). Ich fand neue, aufregendere Freunde und traf mich jeden Abend um 19:40 Uhr mit ihnen. Jeden Tag, außer am Wochenende, regte ich mich über Joe Gerner auf, trauerte mit Leon und wunderte mich über Vera, Clemens und Daniel. Die Wochenenden waren traurig. Ich musste was mit meinen anderen Freunden unternehmen. Zum Glück war eine Freundin auch immer mit mir in Daniels Bar und kannte alle Lästereien, Intrigen und Geschichten. Somit waren die Wochenenden, wenn ich mich mit ihr getroffen habe, nicht ganz so einsam.
Nachdem Daniels Bar abgebrannt ist und viele meiner Freunde unter den mysteriösesten Umständen gestorben, erkrankt, verschwunden oder sonstwas sind, folgte eine lange Phase der Real-Life-Freunde. Ohne wirre Intrigen und jeden-normalen-Menschen-in-den-Selbstmord-treibende-Geschichten lebte ich ein ganz normales Teenie-Leben. Doch ich merkte, dass mir etwas fehlt.
Vor einem Jahr traf ich Vincent, Turtle, Drama und Eric. Die vier Jungs kommen aus New York und haben es geschafft mich von meinen langweiligen BWL-Klausurthemen abzulenken. Besonders Ari brachte mich auf andere Gedanken und brachte mir im Endeffekt wahrscheinlich auch die schlechten Noten ein. Sehr schlechter Einfluß dieser Freundeskreis. Doch das habe ich erst sehr spät gemerkt. Zu spät. Ich fiel durch eine Klausur und schrieb die anderen ganz miserabel. Zum Glück distanzierten die Jungs sich nach 7 Staffeln und ich werde sie erst Mitte diesen Jahres wiedertreffen. Die Anfangszeit war sehr schwer. Die Trennung ließ mich in ein tiefes Loch fallen. Ich trauerte und vermisste die Jungs, aber zum Glück lernte ich Merlin und Arthur kennen. Die beiden sind auch ganz bezaubernd und schafften es, zumindest anfangs, mich von meiner Trauer zu befreien. Doch beendeten sie unsere Beziehung schon sehr schnell und ich weiß nicht, ob ich sie jemals wiedersehen werde. Der Trennungsschmerz ist nicht weniger schlimm als bei Ari und Co.
Kurzweilige Affären mit Walter und Jesse, Dale Cooper oder Stefan Salvatore halfen nicht mal annähernd. Ich fühlte mich allein gelassen, war niedergeschlagen und suchte nach neuen Freunden, aber wurde sehr oft enttäuscht. Jack und Liz Lemon waren hoffnungsvolle Kandidaten, aber nach 3 Staffeln trennten sich unsere Wege. Wir hatten uns auseinander gelebt.
Doch da, ein wahrer Lichtblick: endlich lernte ich Vampire kennen. Das wollte ich schon immer. Na gut, sie sprechen etwas komisch und sind vielleicht auch nicht der beste Umgang. Ständig haben sie versauten und brutalen Vampirsex, verkaufen Drogen und sind auch sonst nicht sehr vorzeigbar, aber sie haben mich aufgefangen und ich habe viele intensive Stunden mit ihnen verbracht. Diese Beziehung ließ sich sogar mit meinem Real-Life-Partner verbinden. Er verstand sich auch gut mit ihnen und wir konnten uns gemeinsam treffen. Toll, das ist eine Freundschaft fürs Leben, dachte ich mir. Leider wurde ich wieder enttäuscht. Nach mickrigen 3 Staffeln zusammen, entschieden sie sich für eine Beziehungspause. Ich wollte es nicht wahr haben, hab gebettelt und gefleht, aber es half nichts. Sie haben jedoch eine Versöhnung nicht ausgeschlossen und ich hoffe auf ein Wiedersehen in 2011.
Mittlerweile möchte ich nicht mehr so sein, wie meine Freunde, aber ich kann mich doch sehr schlecht von ihnen trennen.
Die bisher schlimmste Trennung erlebte ich allerdings erst vor kurzem. Ich leide immernoch sehr und sehne mich jeden Tag nach einem Wiedersehen. Auch wenn es nur ein Kurzes ist. Nucky Thompson! Mit ihm hatte ich die bisher schönste Zeit. Wir verbrachten sie im Atlantic City der 20er Jahre. Ich war schon so weit zu glauben, ich sei in der falschen Zeit geboren. Wir durchlebten zusammen Höhen und Tiefen, mordeten, lachten, tanzten, tranken und liebten. Nucky kommt wieder! Das weiß ich. Es liegt auch nicht an mir. Es liegt allerdings auch nicht an ihm. Terence Winter ist der Bösewicht in unserem Fall. Er ist zu langsam!

Und so bleibt mir nichts anders übrig als immer wieder kleine Affären zu haben und zu hoffen, dass ich neue Freunde finde, die vielleicht einmal lebenslänglich bleiben. Solang es nicht soweit ist, muss ich mich mit meinen Real-Life-Freunden begnügen, die eigentlich auch nicht so schlecht sind. Es ist halt nicht alles so aufregend, aber dafür echt und auch wunderschön!!!

09 Dezember 2010

Laaaaaangsaaaaaam!!!


Ja, ja, ich weiß, dass ich letztes Mal schon über das Älterwerden geschrieben habe, aber diesmal ist es anders. Diesmal bin ich der Meinung das Geheimnis des langsam älter werdens geknackt zu haben. Ha, meine Theorie ist der Knaller!
Also Folgendes: es gibt zwei Sorten von Menschen.

1. Die, die alles immer sehr schnell erledigen, immer hibbelig sind, nicht einfach nur rumliegen können und oft etwas gestresst wirken. Ich bin zum Beispiel so ein Mensch. Mir fällt es extrem schwer einfach zu schlendern, den ganzen Tag im Bett zu liegen oder Ähnliches. Ich nehme es mir vor, aber ich kann es nicht.

2. Die, die eher langsam sind. Erstmal abwarten, was so passiert, bevor man handelt, immer eher ruhig bleiben und nicht hysterisch hin und her rennen. Auch mal Fünfe gerade sein lassen.
Bei denen das Spülmaschine ausräumen 30 Minuten dauert, Duschen 30 Minuten dauert, Rasieren 30 Minuten dauert, Staub saugen 1 Stunde, Nudeln kochen 50 Minuten... Insgesamt dauert also einfach alles viiiiiel länger. So ein Mensch ist mein Freund.

Langsam zu sein hat mehrere Vorteile. Zum Einen wird man weniger gefragt, ob man Dinge erledigen kann, weil es einfach zu lang dauern würde. Also hat man mehr Zeit für Dinge auf die man selbst Lust hat.
Und zum Anderen habe ich festgestellt, dass man dementsprechend auch langsamer altert. Es funktioniert eben wirklich ALLES langsamer im Körper. Warum also nicht auch der Alterungsvorgang?!
Auf der anderen Seite der übersteuerte, hibbelige Typ. Eher etwas abgekämpft, zottelige Haare (vom vielen Herumrennen) und schneller Falten, weil die Zeit dadurch auch schneller zu vergehen scheint.

Mein Freund benimmt sich manchmal als wäre er 5 Jahre alt. Und meiner Theorie zufolge kann das eigentlich auch stimmen. Ich hingegen komme mir oft vor als wäre ich 50 und Mutter von einem 37-jährigen Kind. Schlimm, aber andererseits auch bezaubernd. Seine Sicht auf Dinge ist bewundernswert. Er sieht alles lockerer, denkt nicht an morgen. Verschwendet keine Zeit mit gestern. ER kann mehrmals hintereinander weggehen, weil er alles langsam angeht und sich nicht stresst, dass er ja noch dorthin muss und vorher noch Dieses oder Jenes erledigen muss.

Die nette Katharina in mir bewundert ihn und möchte auch gern so sein. Die böse Katharina ärgert sich über nicht erledigte Aufgaben. Die Glühbirnen, welche seit Monaten nicht funktionieren, aber nicht ausgewechselt werden, der Klopapierhalter, welcher nur noch an einer Schraube hängt... Ebenfalls seit Monaten. Das alles macht die hibbelige Katharina noch hibbeliger. Und dann schaue ich meinen Freund an, der tiefenentspannt, faltenlos und 20-jährig-aussehend auf dem Sofa liegt und gaaaanz langsam eine E-Mail beantwortet, dann denke ich, dass ich definitiv noch ganz viel von ihm abschauen kann.

29 November 2010

Die Zeit vergeht..


In letzter Zeit erwische ich mich manchmal dabei, dass ich denke "Oje, dafür bin ich irgendwie zu alt!". Und das mit 26...
Früher konnte man dreimal hintereinander feiern gehen und dabei alles gemischt trinken, dann noch mit den Öffentlichen nach Hause fahren; am nächsten Tag hatte man höchstens ein bisschen Kopfschmerzen. Mittlerweile bin ich nach einem Abend im Club so zerschossen, dass ich zwei Tage brauche um wieder einigermaßen normal auszusehen und mich auch so zu fühlen.
Ein weiteres Beispiel ist, dass man für bestimmte Aktivitäten, oder Aufgaben viel mehr Anlaufzeit benötigt. Irgendwie vergeht die Zeit mittlerweile schneller und ich wundere mich Anfang Dezember, dass es kalt ist, weil nach meiner inneren Uhr eigentlich noch Sommer ist. Man braucht für Haushaltsaktivitäten plötzlich vier Stunden, obwohl man das vorher noch in zwei geschafft hat. Eine Stunde mentale Vorbereitungszeit, eine Stunde putzen und zwei Stunden erholen.
Auch ist man plötzlich irritiert über Wörter wie "laser". Gestern kam die Erkenntnis, dass dieses Wort doch tatsächlich im Sprachgebrauch eingeführt ist. Ich hielt es für einen Scherz, aber das ist es nicht.
Auch neu ist, dass Kinder und Jugendliche mich siezen. "Entschuldigen Sie, hätten Sie vielleicht eine Zigarette für mich?". Und noch schlimmer als diese Frage ist eigentlich meine Reaktion darauf, weil ich dann abwäge, ob derjenige denn auch schon 18 ist... Wie spießig... Ich habe doch damals auch schon früh angefangen zu rauchen.
Früher habe ich mich geärgert, wenn der Türsteher mich nach meinem Ausweis gefragt hat. Ich sah doch schon so erwachsen aus; wie kann der Mann es wagen mich zu fragen. Schließlich bin ich auf meinem Schülerausweis doch schon längst 18. Mittlerweile werde ich nicht mehr gefragt und wünsche es mir insgeheim, dass es doch mal passiert.
Vor ein paar Jahren wurde ich richtig wütend, wenn jemand mich jünger geschätzt hat. Heute ist das definitiv anders. Mein Tag ist gerettet, wenn jemand sagt ich sehe aus wie 21.
Auch die Themen ändern sich. Hat meine Mutter bis vor ein paar Jahren noch den Kopf geschüttelt, wenn ich über heiraten und Kinder kriegen gesprochen habe, kriege ich jetzt ernsthafte Antworten und Tipps.
Auf dem Wunschzettel stehen Töpfe, Bettwäsche, Wohnungsgegenstände und nicht mehr Gutscheine für H&M, oder Kosmetik.
Man trifft sich abends lieber mit seinen Mädels (mittlerweile weiblichen Freunden, weil Mädels sich irgendwann komisch anhört) und strickt, trinkt nen guten Wein, oder kocht und ist um eins müde, weil der Tag doch ganz schön anstrengend war. Abends schmiert man sich die Creme ins Gesicht, die man nicht nach dem Geruch und der Verpackung, sondern nach Inhaltsstoffen und Wirkung gekauft hat.

Doch so schlimm ist das eigentlich alles nicht. Auch die ersten grauen Haare zu finden und schnell auszureißen, bevor sie jemand sieht... Alles halb so wild.
Schließlich stimmt der Satz: "Frauen altern wie Milch, Männer wie Wein!" nicht.
Meine Mutter ist das beste Beispiel, dass man schöner werden kann mit dem Alter. Und schlauer wird man im Zweifelsfall auch.
Und feiern gehen muss man sowieso nicht so viel. Ich spare das Geld lieber für eine Eigentumswohnung...

10 Oktober 2010

Einen iced chai latte zum paket, por favor!


Letztens in der Quitte: "Ey, der Typ war so busy und konnte mein excitement wegen des nichtvorhandenen guestlist-Platzes bei dem Event garnicht verstehen!" Ich war wie gebannt und drehte mich nur nach meinem Freund um, der das auch gehört hatte und ein Lachen unterdrücken musste.
Vor kurzem in einer Vorlesung, ein ziemlich großes und unverständliches Diagramm wurde an die Wand projiziert: "OMG!!!" Ich drehte mich um und konnte mir die Frage nicht verkneifen, was der Kerl denn damit meint. Von oben herab und wie mit einem kompletten Vollidiot sprechend sagte er: "Du weißt nicht, was das heißt????? (irritierter Blick) Oh, my god!" Aha. Also "Oh, mein Gott!" Das ist als würde man rofl, lol usw. in der Alltagssprache benutzen. Solche Leute gibt es! Es reicht nicht mehr einfach zu lachen. Nein, man muss es unterstützen indem man ein rofl dranhängt. Traurig. Bei einem echten Lachanfall hat man garnicht das Lungenvolumen, um noch ein "rofl" auszusprechen. Wenn man lauthals lacht, dann kommt einem kein "lol" über die Lippen. Wer zu cool ist, um einen Lachanfall zu haben, hat diese Wortvergewaltigungen vielleicht nötig. Wer Botox gespritzt hat, der sollte soetwas vielleicht auch anfügen, wenn etwas lustig war.
Vor ein paar Jahren beim Abendessen mit meinem Onkel, der viel Zeit in Amerika verbringt: "Dann bin ich mit meinem SUV im Kreis gecircelt und der Automat im Parkhaus hat meine creditcard nicht acceptet." Meine Eltern und ich konnten es kaum fassen. Hat dieser Mann das gerade wirklich gesagt? Muss er so reden, damit jeder merkt, dass er einige englische Wörter kennt und damit kosmopolitisch wirkt? Brauchen manche Menschen sowas, um ihr Selbstwertgefühl aufzubessern?
Letzten Winter auf dem Hundeplatz: "Schahatz, es ist schon voll late und ich freeze!" Ahhhhhhh!!!! Nein, es ist schon sehr spät und dir ist kalt! BITTE!!!!!
Mir sind diese eingebauten englischen Wörter suspekt. Es sind keine Anglizismen. Also ist es wohl Denglisch. Ein Wort bei dem ich ab und an schonmal mit kribbelnden Zehen und Ausschlag zu kämpfen habe. Ist das eine Nebenwirkung der Gentrifizierung Berlins?
Ich kann mir mittlerweile vorstellen, wie sich meine Mutter, oder sogar Oma gefühlt haben, als ich anfing "cool" oder "googeln" zu sagen. Es scheint außerdem ein neues Wort zu geben, welches Freude ausdrücken soll: "laser!" "Ey, der iced chai latte to go schmeckt ja voll laser mit cinnamon!" Hilfe! Hatte ich schonmal erwähnt, dass ich lieber einen Tee mit Gewürzen und Milch bestelle, als einen chai latte?! Und laser erinnert mich eher an Star Wars.
Ein weiteres Phänomen, welches meiner Meinung nach (Vorsicht, Denglisch) nur in Hipster-Kreisen auftritt ist das kenntlich machen von Ironie. "Ey, die Bar 25 ist ja voll overrated! Not!" Das bedeutet, dass die Person die Bar 25 mag und sie nicht für überbewertet hält. Irritierend und mitunter auch beleidigend. Ich würde mir doof vorkommen, wenn mein Gegenüber denkt er müsse Ironie kennzeichnen, damit ICH es verstehe. Gewagt wäre es jetzt besagten Leuten einen niedrigeren IQ (deutsche Aussprache) vorzuwerfen, weil sich Ironie ja eigentlich von selbst erklären sollte... Also werde ich das nicht machen.
Und warum bauen wir hier in Berlin eigentlich englische Wörter mit ein? Wäre es nicht sinnvoller türkische und mittlerweile auch spanische Wörter zu benutzen?
"Fantàstico, deine neue Haarfarbe ist ja voll güzel!" Oder: "Einen Kaffee zum paket, por favor!" Finde ich gut und werde versuchen es anzuwenden.
Bei all dem Gemecker darf ich allerdings nicht vergessen, dass Sprache sich ständig im Wandel befindet. In Berlin gibt es viele Wörter, die aus dem Französischen stammen (Boulette, Toilette usw. ). Es ist klar, dass Sprache sich verändert, wenn viele unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Und trotzdem plädiere ich für eine Austauschvielfalt. Nicht nur englische Wörter sollten übernommen werden, sondern auch türkische und spanische. Von jedem etwas.
Und am Allerschönsten wäre es, wenn die Leute merken würden, dass die deutsche Sprache schon sehr viele schöne Wörter besitzt. Man braucht eigentlich keine Ersatzwörter. Außer man möchte seine (Vorsicht, Denglisch) Coolness beweisen.

18 September 2010

Oreo-Cookie-Cheesecake



Boden:
25 Oreos, zerbröselt (bei 24er Springform; bei 26er 30 Oreos)
5 EL Butter, geschmolzen
Füllung:
900 g Frischkäse
200g Zucker
2 EL Mehl
4 Eier
2 Eigelb
50 ml Sahne
Vanille Aroma
15 Oreos, grob zerkleinert
Vanilla-Icing:
100 g Frischkäse
1 TL Milch
250 g Puderzucker
1 TL Vanillezucker
Oreos mit Butter mischen und in die Springform geben. Glattdrücken, kalt stellen.
Den Frischkäse cremig rühren. 200 g Zucker hinzufügen und ca. 3 Minuten weiter schlagen. Mehl hinzufügen. Nach und nach Eier und Eigelbe zufügen. Eins nach dem anderen. Zum Schluß Sahne und Vanille hinzugeben.
Jetzt die eine Hälfte der Füllung in die Springform geben und zrehackte Oreos drüber geben. Ich finde es am besten, wenn die Oreos nur am Rand sind. Nun die restliche Füllung drüber geben.
Im vorgeheizten Backofen bei Ober- und Unterhitze 220° 15 Minuten backen. Nach den 15 Minuten die Temperatur auf 110° reduzieren und weitere 50 Minuten backen. Die Temperatur variiert von Ofen zu Ofen sehr stark. Immer mal wieder testen (mit Holzstab), ob der Kuchen fester wird. Komplett fest wird er erst im Kühlschrank.
Wenn er zu dunkel wird, dann legt man am besten Alufolie über den Kuchen und backt ihn bei niedriger Temperatur zuende.
Zum Schluß alle Zutaten des Icings verrühren und über den abgekühlten Kuchen geben.

14 September 2010

Die Monogamie des Kamels


Vor kurzem war ich mit einer Freundin in Tunesien. Genauer gesagt auf Djerba.
Ich als absolute Tierfreundin hatte Angst, dass die dort lebenden Tiere, wie in vielen südlichen Ländern, nicht so gut behandelt werden. Vor meinem inneren Auge hatte ich verwahrloste Katzen, humpelnde Hunde, geschlagene Pferde und ausgehungerte Kamele. Doch schon nach kurzer Zeit merkte ich, wie tierlieb die Tunesier, also Berber genauer gesagt, sind. Uns wurde eine wunderschöne Geschichte erzählt an die ich gerne glauben möchte und die ich gern weitererzählen will.


Kamel (so heißt er wirklich), ein Berber und Pferdestallbesitzer, erzählte uns, dass die Berber und die Kamele sich sehr ähnlich seien. Beide stur und temperamentvoll dachte ich zuerst. Doch dieses Märchen ist einfach nur bezaubernd:

Kamel, ein stolzer und schöner Kamelmann, sah seine zukünftige Frau als er drei Jahre alt war das erste Mal. Er verliebte sich sofort in sie und wusste, dass er ihr bis an sein Lebensende treu sein würde. Vorher lebte er für kurze Zeit in einer Junggesellenherde in der es recht rau zuging. Er machte der Kameldame den Hof und sie verliebte sich ebenso in ihn. Lange Zeit lebten sie glücklich, bekamen Nachwuchs, ihr Menschenherr war gut zu ihnen und alles schien gut zu sein. Kamel war unendlich froh über sein Leben und die einzige Liebe seines Lebens. Bis zu einem Tag als sein Menschenherr wegen eines Diebstahls in Rage geriet und Kamel schlug. Der Menschenherr wusste wie Kamel darüber dachte. Kamel ließ sich nicht schlagen, er mochte es nicht, wenn man über ihn lachte und genauso wenig ließ er es durchgehen würde ihm jemand seine Frau stehlen.
Er schwor sich Rache an seinem Menschenherr zu üben. Doch der Menschenherr war sich seines Fehlers durchaus bewusst. Er hatte schon vor Kamel Kamele gehabt und wusste, dass die Rache eines Kamels tödlich sein kann. Also baute er sein Lager auf und stopfte Decken unter seinen Schlafsack, damit es aussah als würde er schlafen. Er selbst kletterte auf eine Palme und beobachtete seinen Schlafplatz. Spät in der Nacht kam Kamel und trampelte mit aller Kraft und Wut auf dem Schlafsack herum. Der Menschenherr sah dies und fing lauthals an zu lachen. In seinem Stolz gekränkt rannte Kamel mit dem Kopf gegen die Palme. Immer und immer wieder. Er hatte starke Schmerzen, aber diese Demütigung konnte er nicht auf sich sitzen lassen. Er lief so lange gegen die Palme bis er schlußendlich umfiel. Kurz bevor er starb dachte er noch an seinen Onkel, der Selbstmord beging, weil der Kamelmann aus dem Nachbarsort ihm seine Kamelfrau ausspannte.
Der Menschenherr stieg von der Palme und schwor sich nie wieder einem Tier weh zu tun, es auszulachen, oder es ohne Respekt zu behandeln.

Diese Geschichte beschreibt den Umgang der Berber mit ihren Tieren sehr gut. Besonders stolz sind sie auch auf ihre Pferde. Wunderschöne Araber! Sie lieben ihre Tiere und behandeln sie mit Respekt. Trotz Armut sieht man kaum ausgehungerte Tiere.
Schon allein wegen dieser Tatsache ist Djerba eine Reise wert.

Hadith 966 Sahl ibn 'Amr, oder ibn Ar-Rabil ibn 'Amr Al-Ansäriy, bekannt mit dem Spitznamen Ibn Al-Hanzaliya, und einer der Gläubigen(r), die dem Propheten(s) die Treue in der Ridwan-Huldigung bei Hudaibiya gelobten, berichtete: Der Gesandte Allahs ging an einem abgemagerten Kamel vorbei, da sagte er: "Fürchtet Allah! Kümmert euch um die Rechte dieser stummen Tiere; so pflegt sie gesund, sodass sie euch als Reit -oder Schlachttiere dienlich sind."

14 August 2010

Der Unterschied



Lange habe ich überlegt, ob es an mir liegt. Ob ich einfach zu klugscheißerig, altklug, oder pedantisch bin. Oder vielleicht ein Mega-Super-Hirn! Der Gedanke würde mir besser gefallen.
Schon als Kind fiel mir auf, dass Männer in bestimmten Situationen einen leeren Gesichtsausdruck bekommen und rumglucksen. Ich merkte, dass wir nicht nur physionomisch anders sind, sondern auch ganz anders denken.
Während mein Papa jeden morgen, bevor er zur Arbeit musste, hektisch fluchend seinen Schlüssel suchte, der natürlich nicht an dem dafür vorgesehenen Schlüsselboard hing, stand meine Mutter mit einem triumphierenden Lächeln (man kann es auch diabolisch nennen) und dem Schlüssel in der Hand an der Tür. Sie war es auch, die immer wusste wo die Lieblingsjeans, die Bastelschere, das Akkuladegerät und auch sonst ungefähr alles lag. Nur die fehlenden zweiten Socken waren ihr immer ein Rätsel, aber ihre Erklärung war: "die Waschmaschine frisst Socken!". Komisch nur, dass man die Socken nie wiederfinden konnte, wenn man den Schlauch abmontiert hat...

Doch meine Mutter kannte nicht nur die Orte verloren geglaubter Dinge, sondern konnte sich jeden Termin merken. JEDEN! Wann mein Papa den nächsten Zahnarzttermin hat, wann ich den nächsten Zahnarzttermin hab, wann wir zuletzt beimZahnarzt waren, wann irgendeine Tante Geburtstag hat und wie alt sie wird, wann der Chef meines Vaters Geburtstag hat, der Hund der Nachbarin, der Jahrestag des Postboten und seiner Frau! ALLES! Dank ihr stand man nie blöd da und wurde immer erinnert an jegliche Termine. Ob wichtige, oder unwichtige.
Schon ein bisschen gruselig. Wäre da nicht das Fehlen jeglichen Verständnisses für Technik, oder Fußball könnte man sie schon als Roboter mit Mega-Festplatten-Kapazität bezeichnen. Superbrain!
Zusätzlich zu all diesen Dingen, die ja schon sehr verblüffend sind, kann sie sich jeden Satz merken den man ihr mal im Streit an den Kopf geworfen hat. Sie erinnert sich sogar an das Datum, den Ort, die Uhrzeit und den Zusammenhang. Sieweiß, was derjenige an diesem bestimmten Tag anhatte und benutzt diese Fähigkeit sehr gern gegen einen. Ein guter Kolumnist schrieb letztens, dass er glaubt in dem Kopf seiner Frau lebe eine Stasimitarbeiterin mit strengem Dutt und einer Schreibmaschine, die alles dokumentiert. Ich finde den Vergleich sehr passend.
Diese Superheldenfähigkeiten sind Segen und Fluch gleichzeitig. Als Kind war ich froh, dass Mama wirklich immer wusste wo ich mein Lieblingsspielzeug liegen lassen hab. Als Teenie fand ich es auch super, dass sie wusste, wann meine Lieblingsband auftritt und wo zum Teufel schon wieder das Telefon liegt. Ja, das alles war ganz toll. Ihr genervtes Gesicht habe ich damals einfach ausgeblendet. Ist doch nur Mama... Ich bin zu faul zum Suchen, also frag ich Mama. Patzige Antworten hab ich ignoriert. Im Endeffekt MUSSTE sie nämlich sagen wo der gesuchte Gegenstand ist. Sie konnte garnicht anders.
Erst als ich das erste Mal mit einem Mann zusammengezogen bin fiel mir auf, dass dieser kleine, feine Unterschied zwischen den Geschlechtern anstrengend sein kann. Nun bin ich es nämlich, die ständig gefragt wird wo die Pfanne, der Topf, das Salz, der Spülmaschinentab, das neue T-Shirt, die Regenjacke, der Schlüssel, das Handy und auch sonst alles ist!!! Ich muss nun an Geburtstage, Jahrestage, Termine erinnern.
Auf ein: "Schahatz, wo ist denn mein Ausweis?" kann vonmir schon mal eine äußerst giftige Antwort kommen. Vor allem, wenn der Ausweis immer an der gleichen Stelle ist.
Aber anstatt zu sagen: "Weiß ich nicht, musste selber suchen!", gebe ich ihm den Ausweis lieber. Dadurch entsteht natürlich kein Lerneffekt, aber die hektische Suche des Mannes nervt fast noch mehr. Komisch, ich hab ein Déja-vu.... Nur, dass ich nun meine Mutter bin.
Fast noch schlimmer als das sich nicht-merken-wo-ein-Gegenstand-liegt ist allerdings das Termine verdrängen, alles in der letzten Minute machen (es ist ein Irrglaube, dass dann alles nur 1 Minute dauert) und das unangenehme-Briefe-nicht-öffnen (auch dadurch verschwindet der Inhalt nicht). Und somit übernimmt man ab dem ersten Tag des Zusammenziehens die Rolle, die damals seine Mutter übernommen hat.
Auf diese "Fehler" angesprochen sagte mein Freund etwas aufden ersten Blick ziemlich gemeines: "Aber dafür brauche ich dich doch!" Im ersten Moment dachte ich ihn falsch verstanden zu haben. DAZU braucht er mich? Bin ich dann quasi eine schlecht bzw. garnicht bezahlte Assistentin? Wenn all diese Dinge ein App übernehmen könnte, wäre ich dann überflüssig? Doch nach längerem Nachdenken gefiel mir der Satz. Es ist schön gebraucht zu werden. Mama spielen, wenn man es jedoch lieber nicht so nennen sollte, ist etwas Schönes. Den Überblick zu haben ist auch schön. Und man erlebt zwischendurch Überraschungen, wenn der Mann zum Beispiel ohne Aufforderung daran gedacht hat Klopapier zu kaufen, oder den Jahrestag im Handy gespeichert hat.
Und lebt es sich nicht auch viel entspannter, wenn man jemanden hat der quasi ein Gedächtnis-Back-up ist?


Ich bin gern Kalender, Fotogedächtnis und einbisschen Mama. Ich liebe Männer dafür und genauso rege ich mich darüber auf. Und natürlich bin ich nicht nur Assistentin, sondern auch Freundin, Kumpel und Geliebte. Nur sind die meisten Männer eher vorsichtig, wenn sie auf bestimmte Fragen antworten sollen. Ich könnte ja mit einem Satz den er vor 3 Jahren gesagt hat ankommen und ihn damit widerlegen beziehungsweise enttarnen.

Und zur Verteidigung der Männer muss ich zugeben, dass man mir zehnmal erklären kann wo ich die Systemeinstellungen auf meinem Desktop finde und wie ich es verändere, aber ich kann es mir einfach nicht merken. Oder vielleicht will ich es mir auch garnicht merken, weil ich ihn ja auch für irgendwas brauche...